Weniger Geld für Soziales und Sport

Sinkende Zuschüsse aus Lotto-Mitteln

(Lora Köstler-Messaoudi, Redaktion Glücksspielwesen) Sinkende Einnahmen aus der Glücksspielabgabe der Lotterien und den Sportwetten setzen die Sozial- und Sportverbände unter Druck. Immer weniger Zuschüsse stehen von Jahr zu Jahr für die Projekte der Verbände zur Verfügung. Schuld daran ist aus Sicht der Betroffenen eine Überregulierung der Soziallotterien auf der einen und eine mangelnde Regulierung bei den Sportwetten auf der anderen Seite.
Die Glücksspirale erzielte 2014 rund 224 Millionen Euro Umsatz. Das waren knapp vier Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Umsätze der Deutschen Fernsehlotterie waren 2014 weiterhin rückläufig. Seit 2008 hat sie rund ein Drittel ihres Zweckertrages einbüßen müssen. So sanken die Erlöse, die aus den Losverkäufen 2013 für karitative Zwecke zur Verfügung gestellt werden konnten, von 73,6 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 51,7 Millionen Euro 2013. Aktion Mensch hat sich als einzige im Markt¬umfeld behaupten können, wenn auch nur leicht. 2014 stieg der Jahresumsatz um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 442,3 Millionen an. Ursache für diese positive Entwicklung waren die Jubiläumssonderverlosungen im Frühjahr, Sommer und Herbst. Die Aktion-Mensch-Lotterie hatte in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum.


Schweres Los für soziale Projekte

Diese Entwicklung macht sich auch zunehmend bei den Empfängern der Zuschüsse deutlich. 2014 erhielt die Caritas bundesweit rund zwölf Prozent weniger an Zuschüssen durch die Soziallotterien. Im letzten Jahr erhielt die Caritas rund 33,9 Millionen Euro und damit knapp 4,7 Millionen Euro weniger als 2013. Betrachtet man die Zahlen von 2011, wird der massive Verlust deutlich: 53,4 Millionen Euro konnten die Soziallotterien damals an die Caritas ausschütten. „Die Soziallotterien haben einen großen Stellenwert für die Finanzierung der freien Wohlfahrtspflege. Die Verwirklichung vieler sozialer Projekte wäre ohne die Förderung durch die Soziallotterien nicht möglich“, heißt es im aktuellen Geschäftsbericht der Caritas.

Dieser Text erschien in voller Länger in der Fachzeitschrift „Beiträge zum Glücksspielwesen“  Ausgabe 1/2015. Diese kann hier im Jahresabo oder einzeln bestellt werden.