ArchivOktober 2017

Der Fiskus muss den Glücksspielmarkt ernster nehmen

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Komplexität darf nicht schrecken (Martin Gerster) Politisch betrachtet gibt es in der Glücksspielregulierungsdebatte derzeit keine Gewinner. Einer der größten Verlierer dabei ist der Staat, denn er schafft es bislang nicht, einen funktionierenden Rechtsrahmen zu schaffen, in dem Marktchancen und Angebotsrisiken in einer Balance sind. Der Glücksspielmarkt in Deutschland ist groß. Allein im...

Zukunft des Lotteriemonopols

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Prof. Dr. Jörg Ennuschat im Interview Lotto zählt zu den populärsten Glücksspielen und wird in Deutschland mit einem Lotteriemonopol gestaltet. Das ist vielen privaten Lottovermittlern ein Dorn im Auge. In ihrem jüngsten Glücksspieländerungsstaatsvertrag halten die Länder aber weiterhin am Monopol fest. Mit dem Ausscheren Schleswig-Holsteins aus dem Glücksspielstaatsvertrag hoffen private...

Monitoring bei Glücksspielanbietern

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Betriebliche Einsatzmöglichkeiten und Grenzen (Werner Wegner) In der Vergangenheit gab es einige spektakuläre Fälle, in denen Glücksspielunternehmen von ihren Kunden auf Schadensersatz verklagt worden sind, da die Bestimmungen des Spielerschutzes missachtet oder einer offenkundigen Spielsucht eines Kunden keine Beachtung geschenkt wurde. So verklagte 2014 ein Spielsüchtiger das Spiel-Casino St...

Bundesverfassungsgericht: Glücksspiel unerwünscht?

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Ein Vorschlag zum Perspektivwechsel statt bequemer Richterschelte (Martin Reeckmann) Die Glücksspielanbieter haben kein Glück mit dem Bundesverfassungsgericht – und sehen die Ursache mitunter in einer moralisierenden Bewertung des Glücksspiels durch das BVerfG. Festgemacht wird dies unter anderem an der Wertung des Glücksspiels als unerwünscht. Aber trifft das aktuell zu? Erfolgsquote 2,3 Prozent...

Die Regulierung des Online-Glücksspielmarktes in Spanien

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Kooperatives Miteinander von Glücksspielaufsicht und Anbietern (Rafael García del Poyo und Antonio Manuel Martín González) Wie die Bundesrepublik ist auch das Königreich Spanien ein Föderalstaat. Da die spanische Organisationsstruktur mit der bundestaatlichen Ordnung in Deutschland vergleichbar ist, lohnt sich eine Betrachtung des spanischen Modells der Glücksspielregulierung, um neue Impulse für...

Online- und Offline-Spielverhalten von Spielgästen in Spielstätten mit Geldgewinnspielgeräten

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(Prof. Dr. Tilman Becker) Im Rahmen einer Studie wurden im November und Dezember 2015 an 16 Standorten 513 Gäste in Spielhallen eines Unternehmens der Automatenwirtschaft (SchmidtGruppe, Coesfeld) in Westdeutschland befragt. Soziodemografisches Profil Etwa 70 Prozent der Befragten sind männlich und 30 Prozent weiblich. Damit ist der Anteil von Frauen in der Befragung etwas höher als in einer...

Truth, Alternative Facts, Narrative, and Science: What Is Happening to Responsible Gambling and Gambling Disorder?

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(Shaffer, H. J., Blaszczynski, A. & Ladouceur, R.) Shaffer, Blaszczynski und Ladouceur haben zum Artikel von Hancock und Smith und deren Kritik am Reno-Modell in der gleichen Zeitschrift Stellung bezogen. Sie weisen zurück, dass das Reno-Modell und sein Fokus auf die individuelle Verantwortung des Spielers gerichtet sei und deshalb die Glücksspielindustrie und staatliche Behörden dabei...

Critiquing the Reno Model I–IV International Influence on Regulators and Governments (2004–2015) – the Distorted Reality of “Responsible Gambling“

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(Hancock, L., & Smith, G.) Hancock und Smith haben es sich in ihrem Artikel zur Aufgabe gemacht, die von ihnen behauptete Herrschaft des Reno-Models über akademische, rechtliche und regulatorische Diskurse zu beenden. Sie unterstellen, dass es gescheitert sei, da einem Wachstum des Glücksspielmarktes und der Intensivierung von Glücksspiel an Spielautomaten und im Internet nur ein marginaler...

OVG Lüneburg: Losverfahren rechtswidrig / Verbundverbot im Einklang im Unionsrecht

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Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat am 4. September 2017 in zwei Verfahren Entscheidungen zur Rechtswidrigkeit des Losverfahrens bei Abstandskonkurrenz sowie zu Verbundspielhallen getroffen. In einem Verfahren (Az. 11 ME 330/17) wurde einem Spielhallenbetreiber, dessen zwei Verbundspielhallen sich in einem Abstand von weniger als 60 Metern zu der Spielhalle eines anderen Betreibers befinden...

Antwort auf Kleine Anfrage: Fortentwicklung des Glücksspielstaatsvertrags

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In seiner Antwort weist der Bremer Senat zunächst darauf hin, dass „nach dem Koalitionsvertrag zwischen der CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen für die 19. Wahlperiode des Schleswig-Holsteinischen Landtages beabsichtigt [wird], den Glücksspielstaatsvertrag zu kündigen und mit anderen Ländern (z. B. Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen) eine tragfähige und europarechtskonforme eigene...

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