Verfügbarkeit und Sucht beim Automatenspiel

Eine wissenschaftliche Analyse

(Prof. Dr. Tilman Becker) Die wissenschaftliche Analyse des Zusammenhangs zwischen Verfügbarkeit und Sucht ist von besonderem Interesse, um die Auswirkungen des Verbots der Mehrfachspielhallen und der Mindestabstandregel zwischen Spielhallen auf das Suchtgefährdungspotenzial bei Glücksspielen zu untersuchen.

Das Drei-Faktoren-Modell der Entstehung eines pathologischen Glücksspielverhaltens unterscheidet zwischen den strukturellen Merkmalen des betreffenden Glücksspiels, d. h. den Eigenschaften des Glücksspiels selbst, dem Setting, d. h. der Umgebung, in der das Glücksspiel stattfindet, und dem Individuum.

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Könige, Kronen und Konsumäffchen

Glückspielwerbung – ein klärungsbedürftiges Politikum

(Prof. Dr. Jürgen Schulz und Robert C. Müller) Schon das Symbol eines Löwenkopfes bietet nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Gießen eine erhebliche Anreizwirkung zum Spontanbesuch von Spielhallen (8 L 3010/13.Gi vom 7. April 2014). Wenn es so einfach wäre, wie noch anno 1993 der Werbewissenschaftler Kroeber-Riel Agenturen und Unternehmen versprach: „Bilder sind schnelle Schüsse ins Gehirn.“
Doch die Wirksamkeit von Werbung wird inzwischen in Wissenschaft und Fachwelt zurückhaltender betrachtet. Allerdings hat man den Eindruck, dass das Erbe eines mechanistischen Ursache-Wirkungs-Verständnisses inzwischen viel stärker wirkt als die Werbung selbst. Es lohnt ein Rückblick auf über 100 Jahre Wirkungsgeschichte, um die Vorbehalte gegen Werbung zu verstehen.

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